„Read-only“ beantwortet nur eine Frage: Verändert der Aufruf das fachliche Zielsystem? Für eine Risikobewertung reicht das nicht. Ein lesendes Tool kann vertrauliche Daten offenlegen, ein analysierendes Tool kann erhebliche Kosten erzeugen und ein scheinbar lokaler Export kann Daten dauerhaft an einen anderen Ort kopieren.
Vier Wirkungen statt eines Labels
Jede Capability sollte entlang von vier Achsen beschrieben werden:
- Datenzugriff: Welche Felder, Properties und Mandanten werden gelesen?
- Berechnung und Kosten: Entsteht ein externer Abruf, Crawl oder Modellaufruf?
- Persistenz: Werden Ergebnisse, Exporte oder Zwischenstände gespeichert?
- Externe Wirkung: Wird ein fremdes System, eine öffentliche Seite oder eine Webmaster-Property verändert?
Ein Tool kann auf einer Achse harmlos und auf einer anderen kritisch sein. Ein SERP-Abruf schreibt nichts in Google, verursacht aber Kosten und erzeugt einen datierten Snapshot. Ein URL-Export verändert den Quell-Workspace nicht, kann jedoch personenbezogene oder vertrauliche Informationen in einen neuen Sicherheitsbereich bewegen.
Lesen
Lesende Tools sollten auf konkrete Workspaces, Projekte und Felder begrenzt sein. Die Antwort darf nicht mehr Daten liefern, als der Nutzerauftrag braucht. Server sollten außerdem verhindern, dass frei formulierte Filter zu einem Vollabzug des Kundenbestands werden.
Mindestkontrollen:
- expliziter Mandanten- und Property-Bezug,
- maximale Ergebniszahl und Pagination,
- Feld-Allowlist,
- Maskierung sensibler Werte,
- Protokollierung von Exporten und ungewöhnlich großen Abfragen.
Analysieren
Analyseoperationen lesen und erzeugen etwas Neues: einen Crawl, einen Datenrefresh, ein Cluster oder einen Vergleich. Häufig entstehen Kosten, Netzwerkzugriffe und gespeicherte Ergebnisse.
Deshalb braucht eine Analyse vor dem Start einen Preflight: erwartete Menge, Preis oder Budgetobergrenze, Datenquelle, Frische und Abbruchregel. „Nur Analyse“ ist keine sinnvolle Begründung für einen unbeschränkten Crawl.
Schreiben
Schreibende Tools verändern Zustände. Dazu zählen nicht nur Veröffentlichungen. Auch Tags, Projektzuordnungen, Sitemap-Einreichungen oder das Starten eines wiederkehrenden Monitorings sind Änderungen.
Für jede Schreiboperation braucht der Nutzer vor der Ausführung:
- ein konkretes Ziel,
- eine Vorschau oder einen Diff,
- die erwartete Nebenwirkung,
- eine eindeutige Freigabe,
- einen Rückroll- oder Korrekturweg.
Tool-Anmerkungen können die Risikoklasse beschreiben. Durchgesetzt wird die Grenze durch separate Berechtigungen und serverseitige Regeln.
Die praktische Regel
Klassifiziere nicht nach dem freundlichsten Normalfall, sondern nach der größten Wirkung, die ein gültiger Request auslösen kann. Wenn ein Parameter aus einer kleinen Stichprobe einen Voll-Crawl machen kann, ist das Tool ohne hartes Seitenlimit nicht „begrenzt“.
Quellenregister
Primärquellen für diesen Stand
- Model Context Protocol: The 2026-07-28 SpecificationBeobachtet 22.8.2026 · Stateless core, discovery, routing headers, cache metadata, authorization, tasks and deprecations.